Unfall beim Frühjahrsputz?
Jede Haushaltshilfe ist versichert

15. März 2017

Fenster reinigen im Haushalt © fotolia – africa studio

In vielen Haushalten steht jetzt der Frühjahrsputz an, doch nicht jeder schafft das allein. Insbesondere Senioren und Seniorinnen oder Doppelverdiener-Paare beschäftigen häufig eine Haushaltshilfe – ob nur jetzt oder das ganze Jahr hindurch. Was viele nicht wissen: Als private Arbeitgeber müssen sie ihre Hilfe zur gesetzlichen Unfallversicherung anmelden. Darauf weist der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH) hin.

„Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie in dem Moment zum Arbeitgeber werden, wo die Hilfe zu Putzlappen oder Bügelwäsche greift. Und wie alle Arbeitgeber in Deutschland müssen auch Privatleute ihre Beschäftigten gegen Arbeits- oder Wegeunfälle absichern", sagt GUVH -Geschäftsführer Roland Tunsch.

Anmelden können private Arbeitgeber ihre Hilfe beim GUVH (www.guvh.de) oder, wenn die Hilfe insgesamt weniger als 450 Euro pro Monat verdient, bei der Minijobzentrale (www.minijobzentrale.de).

Und was hat ein privater Arbeitgeber davon? Er braucht sich in Falle eines versicherten Unfalls der Hilfe keine Gedanken über Arzt-Kosten oder Reha-Maßnahmen zu machen: Diese Rechnungen bezahlen die Unfallversicherungsträger, egal, ob die Hilfe hier direkt angemeldet ist oder bei der Minijobzentrale.

Alternativen zur chemischen Keule: Essig, Zitronensäure, Natron, Waschsoda

Der Hausputz muss nicht immer zum Großeinsatz von Haushaltschemikalien führen. Deren Inhaltsstoffe können dem Menschen schaden und Atemwegsbeschwerden, Ekzemen oder Allergien hervorrufen. Umwelt- und hautfreundliche Alternativen gibt es für die meisten Verschmutzungen. Essig, Zitronensäure, Natron und Waschsoda erweisen sich, kombiniert mit Mikrofasertuch oder Putzschwamm, als wahre Putzwunder.

Der GUVH gibt brauchbare Hinweise:

  • Essig wirkt gegen Kalk. Mit Zitronen- oder Orangenschalen versetzt, entsteht eine wohlriechende Mischung, die sich für die Reinigung vieler Oberflächen eignet.
  • Zitronensäure wirkt ähnlich wie Essig, ist jedoch geruchsneutraler und weniger stark.
  • Säurebeständige Böden und Arbeitsoberflächen lassen sich mit Essig-Wasser (Misch-verhältnis 1:1) und etwas Natron reinigen.
  • Wasser, dem etwas Natron zugefügt wird, macht Fenster wieder sauber; die Mischung lässt sich gut mit einer Sprühflasche verteilen. Das Fenster wird anschließend mit ei-nem Tuch oder Zeitungspapier getrocknet.
  • Wasser mit Natron reinigt auch den Kühlschrank von Verschmutzungen. Dafür die Mischung auftragen, einige Minuten einwirken lassen und mit einem feuchten Tuch wegwischen.
  • Eine Waschsoda-Wasser-Mischung sorgt schnell und schonend für das Verschwinden hartnäckiger Fettflecken.

Auch beim Öko-Putzen immer Handschuhe tragen

Haushaltshandschuhe gehören auch beim Putzen mit natürlichen Mitteln zur Grundausstattung. Denn auch Essig, Zitronensäure und Natron können, obwohl eine nachhaltige Alternative, bei Kontakt Haut und Schleimhäute reizen.