Zwischen Hörsaal und Pflegebett – wie bekommen junge Menschen Berufsausbildung und Pflege unter einen Hut?

25. Juni 2020

Studenten im Hörsaal bei einer Vorlesung ©kasto - fotolia.com

Rund 3,4 Millionen Menschen In Deutschland sind pflegebedürftig, etwa die Hälfte von Ihnen wird durch enge Familienangehörige betreut. Unter ihnen sind rund eine halbe Million Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 22 Jahren. Wie schaffen die jungen Menschen den Spagat zwischen Pflegeverantwortung und dem Aufbau eines eigenen Lebens? Dieser Frage geht die Journalistin Stella Cornelius-Koch in der neuen Ausgabe von „Pflege daheim" nach, dem Magazin für pflegende Angehörige des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover.
„In meiner Ausbildung musste ich pünktlich erscheinen. Oft bat mich meine Mutter aber, noch einmal zu ihr zu kommen, obwohl ich schon losmusste. Ich hatte regelrecht Panik, die Ausbildung nicht zu schaffen", erinnert sich zum Beispiel die heute als Erzieherin arbeitende Julika Stich an ihre Zeit als junge Pflegende.mNadine Adler wiederum hatte als junge Frau ihre an Multipler Sklerose erkrankte Mutter tagsüber allein gepflegt. Ihr bot das Studium in einer anderen Stadt die Chance, sich ein eigenes Leben aufzubauen.

Zeitfenster für Freundschaften und Hobbies schaffen
Junge Pflegende finden oft wenig Zeit für Freundschaften, Hobbies und Freizeitgestaltung. Oft ist den Betroffenen diese hohe Belastung nicht bewusst, sondern wird als selbstverständlich empfunden. „Jung Pflegende sollten versuchen, die Pflege auf mehrere Schultern zu verteilen und sich von Anfang an pflegefreie Zeiten zugestehen", rät die Psychotherapeutin Marlene Ziegler-Stein, die für die Online-Beratung der Plattform „Pflegen und leben" (www.pflegen-und-leben.de) arbeitet.

Eine weitere Anlaufstelle für junge Pflegende ist das vom Bundesfamilienministerium unterstütze Projekt „Pausentaste" (www.pausetaste.de).

Corona: gute Seiten für pflegende Angehörige

Die Corona-Pandemie stellt viele pflegende Angehörige vor große Probleme, weil zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegediensten selbst in Quarantäne sind. Die Bundesregierung hat verschiedene ad-hoc-Maßnahmen beschlossen, um die häusliche Pflege zu erleichtern. Aus Sicht der Fachleute von „Pflege daheim" informieren diese Organisationen auf ihren Internet-Seiten am besten:

Weitere Informationen finden Sie im neuen Magazin "Pflege daheim".